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Tristar 222
Letztes Wochenende machte ich einen kurzen Ausflug nach Sardinien. Am Freitag Mittag fuhren wir nach Genua. In der Nacht auf Samstag fuhren wir mit der Fähre von Genua nach Olbia. Auf der Insel herrschte prächtiges Sommerwetter mit 15 Grad am Morgen und 25 am Nachmittag. Ich war jedoch erkältet und die Fahrt auf der Fähre hatte das Ganze noch verschlimmert, ich zweifelte ernsthaft an meinem Start am Sonntag morgen. Trotzdem bereitete ich alles vor und checkte am Samstag das Bike und meine 2 Wechselsäcke ein.
Am Sonntag war um 5 Uhr aufstehen angesagt, doch zuerst mal galt es meinen Chip zu suchen. Den hatte ich am Vortag vor dem Einschlafen noch irgendwo hingelegt und so suchten wir am Morgen zuerst 20 min im ganzen Zimmer, bis er unter der Frotteewäsche wieder hervor kam. Jetzt musste ich schnell noch etwas Brot mit Konfitüre verdrücken, damit ich nicht ganz mit leerem Magen am Start stehen sollte. Ich fühlte mich einigermassen ok, wollte auf jeden Fall starten und zumindest auf die Velostrecke gehen.
Um 7 Uhr fiel dann in der Morgendämmerung der Startschuss zu den 2km Schwimmen. Eigentlich gings ganz gut, doch meine Brille lief extrem an, sodass ich nur den anderen hinterher schwamm und die Bojen nicht sehen konnte. So kam es, dass ich in der 2. Runde plötzlich irgendwo im nirgendwo war und die Brille ausziehen musste, um zu sehen, wohin ich überhaupt musste. Da ging viel Zeit verloren, doch mein Hauptziel im Schwimmen war vor allem nicht zu viel Salzwasser zu trinken, sodass ich aufm Rad keine Probleme mit dem Magen haben sollte.
Nach einigen Umwegen erreichte ich die Wechselzone etwa an Position 70 nach 35 Minuten doch noch, die Strecke war vermutlich nicht ganz 2km lang. Der Wechsel ging schnell und so freute ich mich auf die 200km Radfahren. Das Wetter war genial und ich konnte von Beginn weg viele Leute überholen. Nach 50 km war ich bereits in den Top 20 und bald darauf hatte ich alle Pro Frauen überholt. Doch dann nach 100 km etwa, ich war schon fast in den Top 10, spürte ich, dass meine Energie langsam zu Ende war. Und als mich dann die spätere Siegerin auf dem Rad wieder überholte, wusste ich, dass dies definitiv nicht mein Rennen war, so schraubte ich ein wenig zurück und wollte die 2. Hälfte der Strecke einfach noch fertig fahren. Doch es war nicht einfach ein fertig fahren, denn auf der zweiten Streckenhälfte waren knapp 2.000 Höhenmeter zu bewältigen, es ging ständig auf und ab. Etwa bei Km 160 sass ein Deutscher mit seinem Rad an einer Mauer und ich fragte was los sei. Er sagte er habe keinen Bock mehr es gehe ja ständig bergauf und bergab, später sollte er das Rennen aber doch noch beenden. Kurz vor der Wechselzone überholten mich auch noch die Frauen 2 und 3, nachdem ich bei der letzten Verpflegung, die sich nach einer 10% Steigung befand, sogar angehalten hatte.
Nach knapp 6h 20min hatte ich die ganze Radstrecke hinter mich gebracht. Ich war zwar eigentlich k.o., doch ich wechselte trotzdem auf die Laufstrecke. 4-Mal gab es einen Rundkurs von 5 Km zu absolvieren, immer 2.5km der Küste entlang und zurück. Die erste Runde war noch einigermassen akzeptabel, danach wurde ich immer langsamer und da ich eh schon weit hinter meinem Zeitziel zurücklag, gings dann bald nur mehr um das finishen. So kam ich nach 1h 50 min für 20km laufen und nach knapp 8h 50 doch noch ins Ziel. Ich hatte aber noch nie so zu kämpfen wie an diesem Tag.
Danach gings noch kurz ins Meer abkühlen und über Nacht fuhren wir wieder zurück nach Genua, sodass ich am Montag Abend wieder zuhause war.
Fazit:
Ein absolut genialer Event. Top organisiert wie die Ironmans, aufgrund der erstmaligen Austragung mit weniger als 100 Finishern eine wirklich familiäre Atmosphäre. Im nächsten Jahr ist vermutlich mit wesentlich mehr Teilnehmern zu rechnen. Das Wetter in Sardinien ist um diese Jahreszeit einfach perfekt. Die Radstrecke ist mit 200km und über 3.000 Höhenmetern absolut genial und herausfordernd. Ein Schweizer Mitstreiter, der dieses Jahr auch in Lanzarote dabei war, meinte, die Velostrecke beim IM Lanzarote sei nix im Gegensatz zu dieser. Ich werde nächstes Jahr sicherlich wieder dabei sein und ein wenig früher anreisen, damit ich auf dem Rad die 6h Marke unterbieten kann. Vielleicht findet sich der eine oder andere, der mitkommt…
Rangliste
Event
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