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„the kookaburras“ am Gigathlon PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Silvio Ziegler   
Montag, 12. Juli 2010 um 20:54

Als am Freitag Nachmittag der Check-In am Gigathlon öffnete, war unser Team noch in der ganzen Schweiz verstreut. So kam es, dass wir uns erst um 20.30 vor dem Check-in treffen konnten. Kein Problem dachten wir, schliesslich ist der Check-in offiziell bis um 21.00 offen. Als wir aber unser Zelt abholen wollten, waren die Gestelle leer. Zuerst dachten wir die wollen uns verarschen, mussten aber bald feststellen, dass dies voller Ernst war. Es blieb uns nicht anderes übrig all unser Gepäck am Info Point zu deponierten und das Nachtessen einzunehmen, ohne zu wissen wo wir übernachten werden. Trotz der misslichen Situation blieb unser Team relaxed, auch wenn wir uns fragten ob es Zufall war, dass Max unbedingt die erste Nacht im Hotel in Langnau verbringen wollte...

Um 22.15 erhielten wir ein SMS mit der Info, dass nun doch noch ein paar Zelte aufgetaucht sind. Dazu haben wir noch 5 Spezialflaschen mit einem Rubbelfeld für den grossen Wettbewerb erhalten. Nur Max konnte rubbeln wie er wollte und brachte einfach nichts hervor: Auf seiner Flasche war ausgerechnet kein Rubbelfeld angebracht. Darauf durften wir im Dunkeln mit der Stirnlampe unser Zelt aufstellen und lagen schlussendlich kurz nach Mitternacht in unserem Zelt. Ist ja nicht weiter schlimm, da wir ja erst morgens um vier aufstehen müssen...

Pünktlich um sechs Uhr startete Miriam auf den Inlines Richtung Langnau. Um die Sache etwas spannender zu gestalten, hat Sie zwei Tage zuvor Ihr Knie im Kanulager derart angeschlagen, dass Sie mit verbundenem Bein skaten musste. In Langnau übergab Sie an unseren Biker Hannes, welcher auch wieder in Langnau an Max für die Rennvelostrecke übergab. Leider hatte Max zuvor alle Habseligkeiten von Hannes an Miriam übergeben, welche zu dieser Zeit bereits wieder in Thun war. Hannes war also ohne Geld, Natel und Ausweise in Langnau auf sich allein gestellt. Glücklicherweise hatten die Gigathlon Organisatoren erbarmen und händigten im erneut ein Transportticket für den Zug nach Thun aus.  

In diesen dramatischen Stunden war Max bereits in voller Fahrt Richtung Lungernsee unterwegs, wo er an Fränzi, unsere Schwimmerin, übergab. Dort sah er Neopren Anzüge in Grössen, welche bis dahin über seiner Vorstellungskraft lagen. Nach einer Stunde Schwimmen übergab Fränzi erneut an Max, welcher mit vollem Elan Richtung Interlaken pedalte um an mich zu übergeben. Fränzi meldete mir sogleich die Abfahrt von Max und bestätigte mir, dass er „voll parat“ sei, winkend und lachend in der Wechselzone.  

Ich lag in der Zwischenzeit im Schatten, nahe des Flughafens in Interlaken, zusammen mit hunderten von anderen Gigathleten. Als ich mich schliesslich in die Wechselzone begab, traf ich auf Hanspeter, welcher ebenfalls die Laufstrecke zu absolvieren hatte. Hanspeter hat sich leider später auf der Laufstrecke die Wade gezerrt und musst am nächsten Tag aufgeben. Max übergab mir schliesslich, ausgerufen unter dem Pseudonym „Silvio Ziegler“, und ich machte mich auf die letzten 31 km des heutigen Tages zu bewältigen. Diese gestalteten sich sehr hart mit diversen steilen Auf- und Abstiegen über Treppen und Wanderwege. Dank einem erfrischendem Gewitter gleich nach dem Start war die Hitze erträglich. Bis Kilometer 25 hatte auch ich den Plausch, danach hiess die Devise „beissen“. In der Zwischenzeit wurde Max von unserem inoffiziellem Supporterteam betreut. Diese Betreuung schien nicht die Schlechteste zu sein, hörte ich doch Erzählungen von gutaussehenden Blondinen welche ihn mit einem Schirm vor der Sonne schützen ähnlich wie in der Formel 1... Er registrierte jedenfalls viele neidische Blicke.

Als ich nach dem Zieleinlauf endlich im Zelt meine Duschsachen parat hatte, setzte ein solch gewaltiger Regen ein, dass ich einen weiteren Sprint ins Duschzelt hinlegen musste. Das Nachtessen konnten wir dank unserer guten Leistung noch ausserhalb des grossen Gedränges einnehmen. Obwohl wir diesmal nicht auf unser Zelt warten mussten, schafften wir es trotzdem nicht viel vor Mitternacht ins Bett, da eine ungezählte Anzahl von Wettbewerben und Geschenken darauf wartete von Miriam abgeholt zu werden. Dafür haben wir jetzt mindestens 5 SUVA Regenschütze zuhause (Wer einen möchte darf sich gerne melden). Max hat einen tollen Verschluss für PET Flaschen erhascht, Fränzi einen Aktivator und Hannes einen Recovery Drink welchen er am nächsten Tag bitter nötig haben wird. Obwohl die Wetterlage unsicher war, bestand Max darauf unter freiem Himmel zu übernachten. Das Wetter bliebe zum Glück trocken.  

Am Shining Sunday übergab Fränzi nach gut einer Stunde baden mit Entenflöhen und Treibholz an Miriam welche mit eingebundenem Bein erneut die Inlinestrecke in Angriff nahm. Gemäss Miriam war diese Strecke, obwohl kürzer, strenger als am Samstag. Miriam übergab dann an mich. Da Max gestern derart den Plausch hatte, dachte ich das werde für mich heute bestimmt auch der Plausch. Allerdings merkte ich bereits beim ersten Anstieg, dass meine Beine vom Vortag noch immer angeschlagen sind. Nach ca. 30 km hörte dann der Plausch definitiv auf und ich durfte mich durchbeissen. Easy, es waren ja auch nur noch 98 km... In der Hitze am Fusse des Jaunpasses verfluchte ich meine Kompaktschaltung mit 11-25 Kasette und träumte bereits vom Absteigen und hinauf laufen. Natürlich war das keine Option und als es höher oben kühler wurde, konnte ich mich etwas erholen und zum Schlusspurt auf Zweisimmen ansetzen. Dort übergab ich an unseren Biker Hannes.

Hannes hatte auf dieser Bikestrecke ebenfalls stark zu leiden, so führte er in seinem Leben noch nie so viele Selbstgespräche. Als er an einem kalten Bergbach vorbei kam, konnte er es nicht lassen und nahm ein erfrischendes Bad. In der Wechselzone musste Max den Chip vom Fussgelenk abmontieren, da die Kräfte nun definitiv für diesen letzten Kraftakt fehlten.  

Vorgesehen war, dass Hannes den Schlussläufer bis ins Ziel begleitet, allerdings gab es zu Beginn eine 6 km Schlaufe, wo keine Biker erlaubt waren. Irgendwie verpassten sich Max und Hannes an diesem Punkt, und so war Hannes bereits vor Max im Ziel. Max liess sich dadurch natürlich nicht beirren und absolvierte die Laufstrecke souverän, musste sich allerdings knapp von Anita Weyermann auf den letzten Kilometern überholen lassen.

In der Zwischenzeit warteten die restlichen Teammitglieder nun auch zusammen mit Hannes auf den Zieleinlauf. Dabei konnten wir andere Teams beobachten deren Schlussläufer nicht Rücksicht auf die anderen Teammitglieder nahmen, und in der folge überquerten die Teammitglieder die Ziellinie einzeln. Kurz darauf kam auch Max und wir gemeinsam eine souveränen Zieleinlauf feiern. Ein tolles Rennen hat seinen würdigen Abschluss gefunden.

 

 

Kommentare (2)Add Comment
Der Teamspirit zählt!
geschrieben von Walter Bürki, Juli 13, 2010
Guter Beitrag Silvio!

Und ich glaube es trifft für Euch zu, was Roger Fischlin gesagt hat: "Nächstes Jahre mache ich in einem Team mit, da hat man es Anfangs lustig zusammen, macht zwischendurch 2-3 Stunden Sport und kann nachher wieder cool umeschnorre."
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...
geschrieben von Silvio Ziegler, Juli 14, 2010
Ich kann Walter nur zustimmen. Im Team macht der Gigathlon einfach mega spass. Abgesehen vom Zeltdesaster hat die Organsation für uns dieses Jahr sehr gut gestimmt. Cool war es auch all die vielen bekannten JTRI Gesichter zu sehen, man war einfach nie auf sich allein gestellt.
Ich habe höllischen Respekt vor deiner Leistung Walter, nachdem ich bereits nach der Velostrecke am Sonntag geschafft war...
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Aktualisiert ( Dienstag, 13. Juli 2010 um 07:23 )