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Liebe JTris Das mit den w-lan-Verbindungen unterwegs in den Hotels ist so eine Sache. Somit kann ich euch halt nicht häppchenweise mit den Erlebnisberichten füttern, sondern muss euch den ganzen Bericht auf einmal um die Ohren schlagen. Ich hoffe, ihr habt dennoch Spass beim lesen. Hier noch einige IMPRESSIONEN von der Tour Transalp 2010 mehr Impressionen
1. Etappe: Mittenwald - Sölden Die erste Etappe der diesjährigen Tour Transalp führte von Mittenwald nach Sölden. Im Weg standen zwei Pässe: Leutasch und Kütai. Kurz nach dem Start erfolgte die erste Steigung der Tour Transalp zur Leutasch, wobei diese Steigung relativ human war. Dies nutzte das Feld um so richtig Tempo zu bolzen. Mit weit über 35km/h brauste das Feld durch die Hochebene. Nach dieser Steigung folgte eine rasante Abfahrt nach Telfs ins Inntal und ein flaches Mittelstück in der Anfahrt zum Kütai. Am Kütai ging's dann so richtig los, happige Rampen stellten sich dem Feld in den Weg. Nach 1300 Höhenmetern war dann der Kütai absolviert und eine rasende Abfahrt nach Ötz stand auf dem Programm. Leider Gottes erwischte es in dieser Abfahrt das JTri-Mixed Team mit einem üblen Sturz. Sandra Tschümperlin erwischte einen platten Vorderreifen und knallte auf den Asphalt. Das Team musste die Etappe abbrechen und Sandra wurde im Spital untersucht. Wie es momentan aussieht, sollte sie mit Schürfwunden glimpflich davon gekommen sein und vielleicht kann das Team morgen das Rennen - ausser Konkurrenz - fortsetzen. Das JTri-Masters Team meisterte die heutige Strecke erfolgreich. Nach der Abfahrt nach Ötz also auch noch die Schlusssteigung (30km/600Hm) nach Sölden. Mit einer Etappenzeit von 4:18.06,7 belgt das Team momentan Rang 38 in der Kategorie und Rang 109 overall. Morgen geht es über das Timmelsjoch und den Jaufenpass nach Brixen. 2. Etappe: Sölden – Brixen In dieser Etappe haben wir sehr viel gelernt: 1. Das Fahrrad ist zwar mit einer Speiche weniger etwas leichter, doch das Fahren geht trotzdem nicht unbedingt besser2. In Brixen ist es immer noch heiss: 37,8°C – im Schatten. Gott sei Dank fahren wir vorwiegend an der Sonne!3. Gib einem Tessiner nie mehr aus deinem Bidon zu trinken. Denn erstens nimmt er nicht nur den kleinen Finger sondern säuft dir den halben Bidon lehr, zweitens zeigt er sich sehr erkenntlich und lässt jede Ablösung aus und drittens fehlen dir auf den letzten zehn Kilometer drei Deziliter Cola.4. Wir können 53 Kilometer in 1 Stunde 12 fahrenNach der heutigen Etappe liegen wir an 36. Stelle bei den Masters (overall) 103. Mit einer Schlusszeit von 4:34.36 (123,9Km/2969Hm) belegten wir den 31. Etappenrang in der Kategorie. Entwarnung: Sandra Tschümperlin geht es nach dem gestrigen Sturz den Umständen entsprechend gut. Sie hat die heutige Etappe zusammen mit Michi Manser erfolgreich absolviert. 3. Etappe: Brixen – St. Vigil Vier Stunden in den Dolomiten und doch nicht wirklich etwas davon gesehen. Nein Spass beiseite: Die heutige Etappe war mit 89 Kilometern eigentlich kurz, doch da 3145 Höhenmeter zu bewältigen waren, sackte der Schnitt in den Keller. Der Aufstieg kurz nach dem Start zum Würzjoch war der längste Aufstieg am Stück der diesjährigen Tour. Die rund 1500 Höhenmeter verteilten sich auf 32 Kilometer. Nach 1 Stunde 50 war der Aufstieg absolviert und eine wunderschöne Abfahrt folgte. Ach ja da kommt mir in den Sinn, was ich bisher noch nicht erwähnt habe, aber unbedingt erwähnenswert ist. Der Hauptgrund warum man sich an die Tour Transalp unbedingt anmelden muss: Sofern man weniger als 45 Minuten auf die Spitze verliert profitiert man von total abgesperrten Strassen. Ein Traum so die berühmten Alpenpässe hinunter brausen zu können. Nach einem coupierten und nicht zu unterschätzenden Zwischenteil folgte noch der zweite grosse Aufstieg des Tages zum Furkelpass. Giftige Rampen mit bis zu 19 Steigungsprozenten sogen noch die letzten Kraftreserven aus den geschundenen Oberschenkeln. Und auch eine weitere Erkenntnis haben wir aus dieser Etappe gewonnen: Für die Italienische Polizei sind 4 Kilometer was für uns 7! Der letzte Teil der Etappe vom Furkelpass ins Ziel in St. Vigil war dann nochmals unser Terrain. Nach der heutigen Etappe liegen wir an 32. Stelle bei den Masters (overall) 97. Mit einer Schlusszeit von 4:06.36,6 (89,9Km/3145Hm) belegten wir den 31. Etappenrang in der Kategorie. Randnotiz: Sandra Tschümperlin verzichtete heute auf die Teilnahme an der Etappe. Michi Manser stellte sich dafür ganz in den Dienst unseres Teams (wir danken ganz herzlich!!!) 4. Etappe: St. Vigil – Alleghe Die Königsetappe der diesjährigen Tour Transalp startete in St. Vigil vor der Kirche. Dass jeder der Teilnehmer Gottes Segen nötig hatte war den Streckendaten unschwer zu entnehmen. Auf dem Programm standen die Pässe Grödnerjoch, Sellajoch, Pordoi, Falzarego und Giau, was total 130 Kilometer mit schlappen 3500 Höhenmeter ergibt – wir haben ja bisher nichts gemacht! Wer ein solches Programm vor Augen hat, der startet selbstredend ruhig und verhalten in den Tag. Die ersten 5 Kilometer bergab waren neutralisiert. Danach begann die Steigung hinauf zum Grödnerjoch, die längste des Tages mit 1100 Höhenmeter. Ruhig und verhalten bedeutet, dass wir in der ersten Stunde über 30 Kilometer absolvierten, und wohlverstanden 700 Steigungsmeter dabei hinter uns liessen. Aber es wurde ruhiger. Sämtliche Pässe bis hin zum Passo Giau hatten eine relativ angenehme Steigung und rund um die Sella Gruppe mit dem Langkofel als weiterem Wahrzeichen genossen wir auf dem ganzen weg ein atemberaubendes Panorama. Atemberaubend war dann auch noch der letzte Anstieg des Tages, der Giau mit seinen steilen Rampen forderte uns alles ab. Nein, nicht ganz alles – denn das beste hoben wir uns für den Schluss auf. Für den Sprint einer 30er Gruppe in Alleghe, und wer war vorne? Genau die beiden roten JTri-Sprintracketen. Nach der heutigen Etappe liegen wir an 34. Stelle bei den Masters (overall 101). Mit einer Schlusszeit von 5:20.53,3 (129,9Km/3449Hm) belegten wir den 40. Etappenrang in der Kategorie. 5. Etappe: Alleghe - Kaltern Wer nach der Königsetappe eine leichte Etappe erwartet, der hat im Prinzip recht. Lediglich 114 Kilometer und mikrige 2645 Höhenmeter wies das heutige Teilstück auf dem Papier auf. Der Passo San Pellegrino verdarb dann aber einigen vollends die Lust, je wieder ein San Pellegrino zu bestellen. Der erste Pass des Tages war ein richtiger Pulswärmer. Rampen mit Steigungen von über 18 Prozent und selbst wenn man die Kehren aussen gefahren wäre, hätte man sich beinahe anseilen müssen. Was unser Auge allerdings bereits weit unten in diesem Aufstieg erblickte, liess unsere Motivation steigen. Hanka Kupfernagel, mehrfache Weltmeisterin und Professional, war am Ende ihrer Kräfte und kriegte die Kurbeln kaum mehr rum. Wenn eine Rennfahrerin von diesem Kaliber eine solche Kriese widerfährt, so sind wir doch nicht so schlecht, dachten wir uns und kletterten weiter diesen elenden Berg hinauf. Einige Kilometer weiter und nach dem dritten Überholmanöver von Max und mir am Karrerpass stieg Hanka Kupfernagel vom Rad und gab das Rennen auf! Der Karrerpass ist zum fahren eigentlich angenehm, weil nicht steil. Dafür war für einmal der Tacho nicht zu faul um zweistellige Werte anzuzeigen. Vom Karrerpass fehlten noch rund 60 Kilometer, die Steigung nach Deutschenhofen und die Schlusssteigung bis ins Ziel. In der Abfahrt von Deutschenhofen ins Etschtal vernichteten wir kurz spitz 1100 Höhenmeter. Im Etschtal auf 200 Metern über Meer war es mit beinahe 40°C „angenehm“ warm. Was die Schlusssteigung von 200 Höhenmetern nach Kaltern Dorf nicht einfacher werden liess. Dank den tollen Temperaturen in Kaltern mussten wir auch die ganze Nacht nicht frieren und machten kein Auge zu. Nach der heutigen Etappe liegen wir an 33. Stelle bei den Masters (overall 93). Mit einer Schlusszeit von 4:07.52,5 (114,5 Km/2656Hm) belegten wir den 25. Etappenrang in der Kategorie. 6. Etappe: Kaltern - Trento Wieder einmal gings nach dem Start bergab und dann etwas flach. Bedeutet, dass die ersten ca. 10 Kilometer des Rennens neutralisiert waren. Diese Phasen verlangten von den Fahrern allerdings höchste Konzentration, damit es nicht zu Stürzen kam. So wurde das Fahrerfeld (in vier Startfelder von ca. 300 Fahrern aufgeteilt) an den Fuss der Steigung nach Truden geführt. Von der Steigung nach Truden existieren wilde Schauermärchen. Was dann folgte übertraf diese Schauermärchen allerdings. Im Mittelteil weist diese Steigung zwischen 18 und 19 Prozent auf und dieser Teil ist etwa drei Kilometer lang. Viel flacher wirds danach auch nicht. So quasi zum Aufwärmen, die Sonne half stark mit, kletterten wir die 950 Höhenmeter nach Truden hoch. Kurz vor Truden erblickten wir zum ersten Mal während einer Etappe die Leaderinnen in der Damen-Wertung Milena Landtwing und Danièle Troesch. Dies motivierte uns zusätzlich, da dies ein Zeichen dafür war, dass wir uns im Laufe der Tage im Feld nach vorne verbessern konnten. Nach einer kurzen Abfahrt und einem coupierten Mittelstück folgte der nächste lange Aufstieg zum Manghen-Pass. Nochmals galt es 1200 Meter am Stück zu klettern. Der Manghen Pass weist eigentlich eine angenehme Steigung auf, wird nach oben hin etwas steiler. Erschreckend jedoch ist, mit wie wenig Respekt man nach einer solchen Woche diese Pässe angeht. In einer grösseren Gruppe - Milena und Danièle hatten uns mittlerweile wieder eingeholt - stiegen wir Meter für Meter Richtung Passhöhe, gesprochen wurde immer weniger. Leider konnten wir im oberen Teil des Passes das Tempo der schnellsten Fahrer dieser Gruppe nicht ganz mitgehen und mussten abreissen lassen. Wir passierten die Passhöhe mit einem Rückstand von ca. 2 Minuten auf die Damen-Spitze (die in der Steigung allerdings gewechselt hatte). Nun folgte eine 20 Kilometer lange Abfahrt, unser Terrain. Noch einmal schlossen wir zu Milena und Danièle auf (die in der Abfahrt die Spitze zurückerobert hatten). Mussten sie aber nach der Verpflegung ziehen lassen. Durch die Brutofenhitze Richtig Trento mussten wir noch einmal richtig leiden. Nach der heutigen Etappe liegen wir an 32. Stelle bei den Masters (overall 89). Mit einer Schlusszeit von 4:28.31,4 (118,4 Km/3055Hm) belegten wir den 28. Etappenrang in der Kategorie. 7. Etappe: Trento - Arco Noch einmal, zum letzten Mal dieses Jahr um 09.00Uhr an der Startlinie stehen. Die Taschen mussten wir ausnahmsweise nicht erst um 6.30Uhr sondern bereits um 6.00Uhr abgegeben haben. Zuerst wieder flach, neutralisiert 11 Kilometer durchs Tal, MANN WAR DAS HEISS HEUTE!!! Die Luft stand, kein Wind. Dort rechts werden wir hochfahren. Der Hang stand schon seit ca. 6.00Uhr in der Sonne, ob das gut gehen wird? Die letzte Etappe der Tour Transalp, sozusagen das Ausrollen beinhaltete sozusagen den Klausen zum Einfahren und die Sattelegg zum ausrollen. Sprich: Auf den Monte Bondone waren es nochmals 1500 Höhenmeter auf 20 Kilometer am Stück, dann eine 20 Kilometer lange Abfahrt und dann sehr coupiert mit nochmals 650 Höhenmeter auf den Passo Ballino. Auch am siebten Tag dieser Tour Transalp wurde nicht gebummelt. Im oberen Teil der Steigung zum Bondone erblickten unsere Augen erneut die Maglia Rosas und wir passierten die Passhöhe nach 30 Kilometern nach etwa 1h45, knapp hinter Milena und Danièle. In der ultraschnellen Abfahrt schlossen wir zur Gruppe der Leaderinnen auf und überholten diese. Diesmal erwischten wir genau die richtige Gruppe. Endlich einmal ein paar Leute, die ebenfalls runter fahren konnten und auf der Ebene Richtung Ballino sogen wir weitere Fahrer in die Gruppe auf. Auch die coupierte Schlussphase des Rennens war schwer. Es galt in den Steigungen dranzubleiben - es gelang uns! Bis zum letzten, zum allerletzten Pass. Max quittierte diesen mit einem Jauchzer, jetzt nur noch bergab ins Ziel und wir haben einen Top-20 Etappenplatz in der Kategorie!!! Denn bergab waren wir eh bei den Besten. Leider jauchzte aber auch Max' Hinterreifen mit und wir hatten doch noch eine Panne. Trotz eines Formel-1-würdigen Schlauchwechsels verloren wir damit Fünf Minuten. Egal, wir waren müde, glücklich und heil im Ziel in Arco!!!!! Nach der heutigen Etappe und zum Abschluss der Tour Transalp liegen wir an 31. Stelle bei den Masters (overall 86). Mit einer Schlusszeit von 3:25.09,2 (98,9 Km/2066Hm) belegten wir den 29. Etappenrang in der Kategorie.
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