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Ironman 70.3 Bericht PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Jüngling   
Donnerstag, 10. Juni 2010 um 11:55
Am Samstag fand das Check-In mit Fotosession statt und an allen Ecken traf man bekannte Gesichter aus der Jtri-Familie. Man bemerkte schon am Vortag des Events, dass dies unser Heimspiel ist. Auch das Wetter war für den Sonntag superschön vorausgesagt.

Am Sonntagmorgen dann bereits kurz nach acht standen die Männer schon in einer langen Schlange vor dem Scheisshaus der Diners Club Arena. Alle wollten noch Ballast abwerfen, Dani war einer von ihnen, doch Michi konnte ich nicht ausmachen, was ihm wohl noch zum Verhängnis werden sollte. Ich benötigte glücklicherweise nur das Pissoir und schlich mich an allen vorbei. Dann zog ich auch gleich mein Trikombi an, doch es war bereits jetzt so warm, dass ich den engen Anzug kaum über die bereits schweissnassen Beine brachte, ich fragte mich, wie das mit dem Neopren gehen sollte.

Danach gings ans Eincremen, heute mit 50+ Kids, doch wie sich in den Folgetagen herausstellen sollte, war auch das nicht genügend Schutz für mich. Doch der Sonnenbrand ist nicht im Entferntesten so schlimm wie letztes Jahr, als ich die Creme vergessen hatte und die Haut riesige Blasen bildete, wie wenn sie kochen würde.

Dann musste ich an den Start. Die Pros waren bereits losgeschwommen, als ich das Unterfangen Neopren in Angriff nahm. Die erste Herausforderung des Tages meisterte ich mit grosser Mühe und so war ich einige Minuten später, als auch bereits die Frauen gestartet waren, völlig durchnässt und verschwitzt im Neopren drin. Da war der See eine verdiente Abkühlung. Unser Starterfeld war mit ca. 170 Männern unter 30 nicht allzu gross und so stellte ich mich zuvorderst auf der linken Seite an die Startlinie, auch wenn ich im Schwimmen nicht zu den schnellsten gehöre. Der Start verlief problemlos und ich liess die schnellen Schwimmer vorbeiziehen, wobei ich vor allem versuchte eine möglichst direkte Linie zu halten. Dies gelang mir ziemlich gut, ich war immer direkt an den Bojen dran und konnte so ziemlich locker in der Menge mitschwimmen. Beim Ausstieg hörte ich, dass eine andere Kategorie noch 6 Minuten bis zum Start hatte und so wusste ich, dass ich mit ca. 34 Minuten perfekt im Fahrplan war. (16. in meiner AK.)

Der Wechsel gelang mir dann wie gewünscht und so freute ich mich auf meine Spezialdisziplin. Bereits beim Schwimmen hatte ich die hintersten brustschwimmenden Frauen überholt und auf der Radstrecke folgten weitere. Ich konnte auf der Fläche ein gutes Tempo anschlagen und auch die ersten Männer stehen lassen. Als ich jedoch zum ersten Mal etwas trinken wollte, hatte ich keinen Bidon mehr hinter dem Sattel, der hatte sich beim Wechsel aufs Rad verabschiedet. Im Aufstieg zum Witches Hill überholte mich dann ein Athlet, den ich in der Ebene überholt hatte. Ich versuchte dranzubleiben, hatte aber keine Chance. Beim Verpflegungsposten gabs dann endlich Wasser. Auf der Abfahrt nach Ermenswil konnte ich die Bergziege, welche mich stehen gelassen hatte wieder einholen und sah ihn dann bis zum Laufen nicht mehr. Im Laufe der ersten Radrunde überholte, grüsste und feuerte ich auch die ersten Jtri-Frauen auf dem Rad an.

Kurz vor dem Wendepunkt überholte mich nochmals ein Athlet, dem ich in der Ebene eine Zeit lang folgen konnte, doch dann ziehen lassen musste und nicht wieder sah. Das Spiel mit dem Wasser wiederholte sich. Kurz nach der Verpflegung Witches Hill hatte ich wieder keinen Bidon und musste ohne Wasser bis nach Goldingen kommen. Dort nahm ich mir dann einen Bidon, doch der war in Diemberg bereits wieder leer und ich musste die letzten 20 km ohne was zu trinken fahren. Aufgrund des Wassermangels zeigten sich kurz darauf erste krampfartige Zuckungen im linken Oberschenkel. So musste ich vor Ermenswil dehnen und aufpassen, dass es nicht zu einem richtigen Krampf kam. Deshalb nahm ich ein wenig Tempo raus und versuchte das linke Bein zu schonen. So gab es nach einer superschnellen ersten Radrunde, dann eine wesentlich langsamere zweite, was die Zeiten von 1:08h und 1:12h erkennen lassen. Die Gesamtzeit von 2:20h war aber weiterhin im Soll und so machte ich mich aufs Laufen.

Der Wechsel ging gut, ich wusste aber überhaupt nicht, wo ich rangmässig platziert war. (Ich war 2. in meiner AK.) Die Hitze war brutal, ich versuchte ein regelmässiges Tempo zu laufen, doch es kam mir nicht so schnell vor. Bei jedem Verpflegungsposten packte ich mir mindestens 2 neue Schwämme und ein Becher Wasser und Iso. Ich versuchte mich so gut wie möglich zu kühlen. Bis Km 5 überholten mich einige Männer, doch ich wusste nicht, welche zu meiner AK gehörten (Einer war aus meiner AK, ich war also 3.). Zwischendurch drückte ich mir auch noch den einen oder anderen Gel rein. Im Kopf dachte ich immer ans nächste Kilometerschild oder an den nächsten Verpflegungsposten. Und auf der ersten Runde dachte ich immer wie schön es wäre schon auf der zweiten zu sein, denn auf den Tafeln stand immer Km 6/16.5, das war hart.

Höhepunkte auf der Laufstrecke war natürlich der Jtri eigene Verpflegungsposten, wo man wiederum viele Leute kannte, angefeuert wurde und Wasser bekam. Desweiteren die Stairways to heaven und die ganze Strecke in der Altstadt konnte ich sogar ein bisschen geniessen, es hatte extrem viele Leute und man konnte sogar ein wenig im Schatten am See laufen, das war wirklich genial. Je länger ich lief, desto wohler fühlte ich mich und so ging die zweite Runde dann wesentlich besser als die erste, was natürlich auch daran lag, dass das Ziel immer näher rückte. Die Beine schmerzten bis am Schluss nicht und vom Nahezu-Krampf auf dem Rad merkte ich auch nix mehr. So konnte ich mit zwei fast auf die Sekunde gleich schnellen Runden den Halbmarathon in knapp 1:38h zurücklegen, was zwar langsamer war als letztes Jahr, mich aber zufrieden stellte. So war ich nach 4:35h im Ziel und hatte mir den 2. Rang bei den M18 geholt. Zum 2. Rang reichte es, da der Führende meiner AK in der 2. Laufrunde völlig einbrach und noch auf den 4. Rang durchgereicht wurde.

Was bleibt: Ein wiederum fast perfekter Wettkampf mit super Wetter, vielen Zuschauern, die einem über die Laufstrecke getragen haben, sowie an allen Ecken und Enden Jtri-Athleten, denen man zurufen konnte oder die einem anfeuerten. Und natürlich der obligatorische Rappi-Sonnenbrand…

Es war einfach geil! Gratulation allen Finishern!!!

Gruss vom Jüngling

 

Kommentare (4)Add Comment
Gratulation
geschrieben von Eilathan, Juni 10, 2010
zu deinem ausführlichen Rennbericht, deiner Topleistung, allen Helfern und allen Finishern. Ein richtiger Jtri-Home-Run. War total lässig und hat mega Spass gemacht.
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Hitzeschlacht
geschrieben von Markus Binderszewsky, Juni 11, 2010
Danke für den unterhaltsamen Rennbericht, Luca. Auch ich möchte den vielen JTRI Finishern gratulieren! Ich denke in dieser Sauhitze haben alle gelitten. Insgesamt hab ich glaub mehr Wasser über den Kopf als hinein geleert...
Gruss Markus
P.S.: Luca, Du kannst Dich trösten, Ronnie und ich hatten auch leichte Krämpfe smilies/grin.gif smilies/cheesy.gif
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Krämpfe
geschrieben von Walter Bürki, Juni 11, 2010
Endlich bin ich mal nicht der einzige der Krämpfe hat smilies/grin.gif ..
Diesmal konnte ich die Beine noch normal bewegen, trotz der leichten Krämpfe.

Grosser Dank dem Jtri Verpflegungsposten, die haben uns immer toll angefeuert, obschon ich sie einmal fast überrannt habe. Und meine Kinder hatten voll den Plausch und auch meine Frau Andrea war positiv überrascht. Danke Rene, dass sie früher wieder gehen konnten!
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...
geschrieben von Silvio Ziegler, Juni 12, 2010
Vielen Dank an all die Helfer welche diesen Anlass möglich gemacht haben. Wenn man auf der Laufstrecke mit sich selber am kämpfen ist, läuft man vorallem noch dank den vielen bekannten Gesichtern, vor denen man nicht eine schlechte Performance abliefern will... Hopp JTRI!
Speziell möchte ich hier noch einmal Max danken, der mit seinem Resultatenservice grossartige Arbeit leistet.
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Aktualisiert ( Montag, 14. Juni 2010 um 07:12 )