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Morgens um 7 im Zug. Ich wollte nirgendwo sonst sein. Doch, vielleicht schon auf dem schon fast grell beleuchteten Vreneli, das uns bei der Zugfahrt in den Zigerschlitz anstrahlte. Ein perfekter Herbsttag mit idealen Bergverhältnissen nahm seinen Anfang.
Das Kletterzeugs schon per Bahn unterwegs nach Braunwald, fahren wir uns gemütlich die Passstrasse hoch warm. Hier auf Asphalt gilt für die prallen Reifen vorerst mal nur BARes ist Wahres. Chrrrrr...... in der Galerie. Bald Strässchen, erste Rampe für Luca, es überstellt ihn fast. Mittlerweile in der Sonne bei fast allen ein Grinsen im Gesicht. Das vergeht uns bald, als wir uns entscheiden, Braunwald kurzerhand links - pardon rechts liegen zu lassen und direkt zur Bergstation Gumen raufzubiken. Denn Max verspricht uns gesegnete Bikefreuden 200hm weiter oben. Das erste aber nicht letzte Mal an diesem Tag gehts in die Vertikale. Nach dem Motto: Zum Bergsteigen nehmen wir auch das Bike mit! Yvonne bleibt das erpart: Sie opfert sich, um mit den Nachzüglern Päsce und Fanny unsere Mammutsachen von Braunwald mit der Sesselbahn hochzubringen und darf sich deshalb als erste über einen schwarzgetüpfelten Sentiero runterstürzen. Max geht den Weg von Hermann Buhl und bleibt seinem alpinen Stil treu. Er wird mit seinem Rucksäckli einfach durch die Wechselzone stürmen und fürs Klettern die Plättli aus seinen Bikeschuhen nehmen. Wir suchen uns derweil eine möglichst bikefreundliche Höhenlinie aus, der wir folgen wollen. Der Flow will aber nicht so richtig kommen, denn irgendwas ist auf unserer Route auch getüpfelt... welche Route?? Aber es geht und am Ende habe ich mir nur den Knöchel etwas blau geschlagen und zwei Zähne meines Kettenblattes stecken wohl noch in irgendeinem Steinbrocken auf dem Weg. Selber schuld, schliesslich schiebt wer sein Bike liebt! Endlich wieder etwas Flow, als der Trail breiter wird... nein, zuviel Flow, bei Luca pfeifen die Reifen! Man ersetze ihm einen Schlauch denn er weiss nicht was er tut. Bei Yvonne aus dem Dorf verläuft derzeit alles nach Plan, sie ruft uns vom Grotzenbüehl an und fragt sich, was sie da oben mit all den Rucksäcken tun soll. Ich kann nur sagen, dass es mir furchtbar leid tut, aber dass wir extrem froh wären, wenn sie die andere Bahn von Braunwald aus nehmen würde. Wir schalten ein paar Ritzel runter und ziehen uns die letzten Rampen mit zum Bergreschti Gumen hoch. Oben winken schon Päsce und Fanny und schiessen Föteli. Ich bringe nur noch eine Grimasse zustande, bin grad unterzuckert und übersäuert. Zusammen mit der grad eingeflogenen Yvonne räumen wir das Buffet ab und mampfen Tagesteller. Mut ansaufen ist nicht erlaubt und so gehts bald ab in die Wechselzone, wo wir alle wie Päckli zugeschnürt werden. Unser Leben wird die nächsten Stunden an den beiden Karabinern hängen, die an unseren Gstältli herunterbaumeln. Wie es sich so nach dem Wechsel vom Bike auf die Laufetappe gehört, sind die Beine schwer und die Bemerkung von Max, dass wir jetzt ohne Bike auf dem Rücken eigentlich fliegen müssten, ziemlich optimistisch. Kurzes Briefing, dann klicken sich alle ein und die Höhenmesser fangen an zu ticken. Wie versprochen hat es für alle Schwierigkeitsgrade etwas, wobei die kurze Sicherungsleine keine allzu technische Kletterei abseits der Griffe zulässt. Das Feld zieht sich wegen den unterschiedlichen Kletterkünsten rasch in die Länge. Alle haben ihren Spass oder freuen sich zumindest zutiefst, als wir die erste Route unter uns haben. Nun schnell die zweite, mit einem luftigen ausgesetzten Quergang und Schildern mit Totenköpfen, die vor Free Solo Versuchen abschrecken sollen. Dann stehen wir beim Gipfelkreuz als wären wir gemütlich hochspaziert. Krass das Panorama und Max weiss jeden Zipfel, auch die ganz weit weg. Der Bildkontrast ist optimal und die Temperaturen sehr angenehm. Was will man noch mehr? Oh ja, die scharze Linie auf der Kletterkarte ist noch im Angebot. Definitiv nichts zum Biken! Aber die vielen Kletterer, die wie tote Fliegen in einer Reihe an den Griffen rumzappeln, laden uns ein es auch zu probieren. Also schnell über die Charlotte Bridge dank besonders günstigem Brückenzoll, an der Schutzhütte vorbei, die mehr an eine Raketenstellung erinnert, den Seilen entlang wieder runtergeflitzt und rüber zum letzten Problem der Alpen, zumindest heute für uns. Eine senkrecht bis überhängende Wand und oben das Ziel der Träume, nicht das Vreneli aber das Dach der Tour! Der erste von uns ist schon fast oben als der letzte unten eincheckt. Spätestens jetzt ist jede Müdigkeit wie weggeblasen und statt Säure schiesst uns Adrenalin ins Blut. Dieser letzte Gupf ist wirklich immer wieder eine Herausforderung. Spätestens in der leicht überhängenden Schlüsselstelle möchte man nur noch rauf, zuviel Lust unter den Füssen. Rumhängen lieber zuhause. Oben ist dann jeder ein Cliffhanger und froh dass es jetzt wieder heisst: JTRI rockt statt JTRI hangs! Denn es geht über einen Wanderweg runter und wieder zurück zum Gumen Reschti. ********************* "Willkommen zur Mitte des Berichts". An dieser Stelle ist unser Tagesführer und Berichterstatter Dave leider in die Ferien abgereist. Drum ist die 2. Hälfte des Berichts für einmal Chefsache. Wie sagt der Lateiner ... Davide ed impera (oder so? ) ********************* Schnell noch ein Gruppenföteli eingangs Wechselzone und weg mit dem Gehänge. Luca hat für uns mit ausgeschalteter Pausenautomatik 4 Stunden und 5 Minuten gestoppt. Keine schlechte Leistung für Anfänger. Die Beiz im Gumen ist immer noch offen und die Sonne hoch am Himmel. Auf geht's zur nächsten Disziplin: Downhill. Die bedauernswerten Fanny, Yvonne und Päsce wählen mangels Bike die Seilbahn. Die andern lassen es am Seblengrat, durch die Tunnels und über den frisch ausgebauten Chnügrat rocken.  Luca zieht den fürs Glarnerland obligatorischen 2. Platten ein. In Rekordzeit geflickt und über die Alpstrassen nach Braunwald gestaubt. Farbklassierung nach Singletrailmaps: rot gepunktet, schwarz gepunktet, weiss gepudert. Yvonne hängt wieder an und am Sanatorium vorbei geht die steile Spitzkehrensucht. Biken vom Feinsten. Kaum gestartet finden wir uns schon bei der Talstation der Braunwaldbahn wieder. Einigen ist sogar die Querung der Standseilbahn entgangen. Trotz Schleichplatten ists für Rolf und mich noch nicht genug. Anstatt 3/4 Stunden auf den Zug zu warten entschliessen wir den zweitletzten Schlauch zu verbauen, uns die Glarner Bike-Route vorzunehmen und in Schwanden zuzusteigen. Dort beträgt unser Vorsprung immer noch 35 Min. Also keine Gnade und weiter gerockt. Glarus SBB ist auch keine Option. Nach Netstal verlässt uns das Tageslicht aber nicht die Kraft. Der Trail im dunklen Wald wird angesichts des Tempos zur Herausforderung. Ab Näfels gibts nur noch die Hauptstrasse. Rolf will ums verrecken nicht auf die Bahn und mein Rücklicht ist seit dem Ortstafeltrail kaputt. Da gibts nur noch eins: JTri rolls. Grossen Gang rein und Vollgas bis nach Ziegelbrücke. Vorsprung am Billetautomaten immer noch 10 Minuten. Während Rolf ein gemütliches Slowup über die Linthebene hinlegt, mache ich es mir in der S2 gemütlich. Auf die zahlreich zusteigende Glarner und Märchler Ausgangsjugend wirke ich wohl ziemlich exotisch. Ich glaub' die verstehen unter Hängen was anderes. Mein tiefes Strahlen im müden Gesicht entgeht ihnen allerdings nicht. Abends um 8 Uhr im Zug. Bilder von Dave http://picasaweb.google.ch/daha1978/JTRIHangs# und von Luca http://triser.jalbum.net/Braunwald/ Dave, Grossen Dank für die Führung und den Unvollendeten.
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hochgekrackselt seid. Dies ist mir in Jahrzehnten noch nie in den Sinn
gekommen. Ich war gestern leicht weiter vorne direkt rauf zum Rietstöckli
(allerdings zu Fuss). Dort wäre wenigstens der Downhill super. Der Höhenweg
zum Bräch ist meines Erachtens aber leider mit dem Bike ziemlich scheisse
wie ihr wohl auch bemerkt habt. Das Militär soll doch bitte mal die Steine
aus dem Weg räumen.